Kopfläuse – das große Krabbeln

Kopfläuse (Pediculus humanus capitis)

In der kalten Jahreszeit herrscht das große Krabbeln auf den Köpfen Ihrer Kinder? Oder sind Sie sogar schon selbst betroffen? Hygiene ist leider kein Schutz vor diesen Parasiten, die übrigens nicht durch Tiere übertragbar sind. Die 2-3 mm großen Insekten übertragen in unseren Breitengeraden keine Krankheiten, sind aber lästig und hartnäckig. Hier soll Ihnen als Betroffener stichpunktartig, schnell und effektiv weitergeholfen werden:


Allgemeines

  • je kälter, desto länger überlebt die Laus ohne Blut (ca. 7d , d=Tag)
  • lebensfähige infektiöse Läuse schlüpfen nur aus Nissen die minimal 1cm von der Kopfhaut entfernt sind
  • nach Befruchtung tgl. 3 – 5 Eier (Nissen), nach 7 bis 10 d schlüpfen die Läuse, 3 Wochen danach entsteht die neue Generation
  • bevorzugte Orte: Nacken-, Ohr-, Schläfenbereich
  • kleiner 12 °C keine Entwicklung mehr, keine Eiablage

Übertragung:

  • Von Kopf zu Kopf bei engem Kontakt
  • Vertauschen von Kopfbedeckungen
  • Gemeinsames Benutzen von Kopfkissen, Kämmen, Decken, Kopfbedeckungen
  • Wanderung der Läuse von Mütze zu Mütze möglich z.B. in Schulen, Kindergärten etc.

Erkennungsmerkmale:

  • Immunreaktion des Menschen gg. Läuseantikörper führt zu Juckreiz, Rötungen und Kratzwunden, Lymphknotenschwellungen
  • durch bakterielle Superinfektion kann ein klinisches Bild eines Ekzems entstehen
  • bei Vernachlässigung Bildung eines übelriechenden Zopfes (Trichom) aus Eiter, Sekret und Haaren

Präventive Maßnahmen Umgebung:

  • Handtücher, Kleidung, Bettwäsche wechseln, bei 60 °C waschen
  • bei 45 °C im Wäschetrockner behandeln
  • Nicht waschbare Sachen 3 d (Empfehlung der Robert Koch Instituts) in einen verschlossenen Plastiksack möglichst warm lagern (Aushungern der Läuse nach 55h)
  • Einfrieren bei -18 °C im Beutel für 2 d
  • Kämme, Bürsten auskochen
  • durch Staubsaugen Teppiche, Möbel etc. von Haaren befreien, Staubbeutel entsorgen, bei Beutellosen mit heißem Wasser gründlich reinigen

Weidenrindenshampoo Rausch (Weidenrindendestillat und Thymianöl wirken antiseptisch), für Vorbeugung gegen parasitären Befall 2 – 3x wöchentlich anwenden

Mosquito Läuseabwehr, Wirkstoff: p-Methane-3,8diol, bildet dichte lang andauernde Gasphase, die den Anwender für Läuse unerkennbar machen soll für 12 h, Dosis 5 – 15ml, Kontraindiziert bei Kindern < 18 Monate

Mosquito Antiläusespray für Textilien

Verantwortung :

Laut § 34 Abs. 5 IfSG (Infektionsschutzgesetz) muss die Gemeinschaftseinrichtung, die das Kind besucht von dem Kopflausbefall in Kenntnis gesetzt werden! Nach § 34 Abs.1 IfSG schließt festgestellter Kopflausbefall eine Betreuung oder Tätigkeit in Gemeinschaftseinrichtungen aus. Grundsätzliche Voraussetzung ist die Erstbehandlung, die Weiterverbreitung muss ausgeschlossen werden können! Mögliche Bedingungen der Wiederzulassung ist ein ärztliches Urteil (Attest) oder Bestätigung des Sorgeberechtigten, dass eine Behandlung durchgeführt wurde.Es besteht keine ärztliche Meldepflicht gemäß § 6 IfSG. Gemeinschaftseinrichtungen müssen es dem Gesundheitsamt melden nach § 34 Abs. 6.

Behandlung:

  • Untersuchung aller Kontaktpersonen wichtig
  • Zinkenabstand des Läusekamms ca. 2 mm
  • Von der Kopfhaut fest zu den Haarspitzen runter ziehen

Empfohlenes Behandlungsschema: Allgemein!

Tag 1: Behandlung mit Insektizid oder Medizinprodukten

Tag 5: Nasses Auskämmen, um früh nachgeschlüpfte Larven zu entfernen

Tag 9 oder 10: Wiederholungsbehandlung

Tag 13: Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen

Tag 17: evtl. noch mal nass Auskämmen

Die Wiederholungsbehandlung ist unbedingt notwendig, da die Nissen bei der Erstbehandlung eben nicht immer abgetötet werden, und nach dem Schlüpfen nun behandelt werden können.

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