Guten Tag Heuschnupfen!

Die Tage werden milder, die Sonne scheint länger und so erwacht die Natur wieder zum Leben. Schon ab dem Frühjahr Monat März bis hinein in den Juli nimmt fliegen Pollen durch die Luft. Pollen-Allergiker reagieren so: die Nase läuft (klares Sekret!) oder ist permanent dicht, beide Augen tränen und können jucken. Weiterhin kann die Reaktion auch stärker ausgebildet sein, da bleibt einem buchstäblich die Luft weg. Treten die Symptome zum ersten Mal auf ist unbedingt ein Arztbesuch erforderlich (Allergologe).

Der Körper reagiert mit einer fehlgesteuerten Immunreaktion auf die Pflanzenpollen. Eine Theorie besagt, dass der Teil des Immunsystems, der eigentlich für die Abwehr von Wurmparasiten zuständig ist und sich im Zuge der Zivilisation nun langweilt, sich mit den Pflanzenpollen einen „Zeitvertreib“ gönnt.

Zunächst ist es interessant zu wissen, gegen welche Pflanzenpollen Sie allergisch reagieren. Grob abschätzen kann man dies mit Hilfe eines Pollenflugkalenders. In welchen Monaten haben Sie ihr Allergie-Hoch, in welchen Monaten liegt dies mit den blühenden Pflanzen überein? Genaue Aussagen kann nur eine ärztliche Untersuchung bringen (Hautarzt/Allergologe). Hier wird eine Blutprobe untersucht und/oder ein so genannter Prick-Test durchgeführt. Dabei wird auf leicht angepiekste Haut eine Lösung des mutmaßlichen Allergens positioniert. Tritt dort eine Rötung und Schwellung auf, ist dies ein Anzeichen dafür, dass der Körper allergisch auf den Stoff reagiert.

Interessanterweise überschneiden sich einige Allergien. So sind Patienten, die gegen Birkenpollen allergisch sind auch auf den Verzehr von Haselnüssen allergisch.

Die wichtigste Maßnahme bei Heuschnupfen: Meiden Sie „ihre“ Pollen soweit möglich. Gerade in den frühen Morgenstunden steigt die Pollenkonzentration stark an, so sollten Sie sich dann eher in geschlossenen Räumen aufhalten. Nutzen Sie Pollenvliese, wenn Sie mit offenem Fenster schlafen wollen.

Auch das Haarewaschen sollten Sie auf den Abend verlegen, damit Sie die Pollen nicht mit ins Bett tragen. Lassen Sie die Kleidungsstücke, die Sie den Tag über getragen, haben im Badezimmer. Verschieben Sie ihren Outdoor-Sport auf pollenschwache Zeiten. Sinnvoll ist es auch abends eine Nasendusche durchzuführen. Ein gutes, fast schon luxeriöses  Modell ist die Nasendusche von Emsa, doch die andere gehen auch. Sie können die Modelle auch mit normalem Kochsalz betreiben, das ist kein Problem.

Eine weitere wichtige aber eher langfristige Maßnahme ist die Hyposensibilisierung. Dabei werden in den pollenfreien Monaten geringe Konzentrationen des Pollens gegeben (z.B. als Spritze). Diese Konzentrationen steigen im Laufe der Behandlung immer stärker an. So soll das Immunsystem gelehrt werden, die Pollen zu tolerieren. Geben Sie sich dazu schon im Herbst in ärztliche Behandlung, im Frühling ist es viel zu spät.

Relativ sanfte Methoden gegen Heuschnupfen-Symptome sind spezielle Nasensprays und Augentropfen und auch Bronchialsprays und Tabletten oder Säfte, Tropfen, Brausetabletten. Diese Mittel bekämpfen allerdings nicht die Ursache, sondern blockieren nur die Entzündungsreaktion lang nachdem das Immunsystem bereits aktiv geworden ist.

Zum einen gibt es Präparate mit Wirkstoffen wie Nedocromil und  Cromoglicinsäure (als Nasenspray, Augentropfen und Bronchialspray). Diese Präparate müssen im Voraus und vor allem regelmäßig angewendet werden.

Zum anderen gibt es Antihistaminika mit Wirkstoffen wie Azelastin, Cetirizin und Loratadin. (als Nasenspray, Augentropfen und in Tablettenform). Diese können relativ kurzfristig eingesetzt werden.

Wenden Sie die Medikamente so gezielt wie möglich an! Wenn man nur allergischen Schnupfen hat, muss man nicht gleich eine Tablette (z.B. Cetirizin HEXAL Filmtabletten oder Loratadin STADA 10 mg Filmtabletten) nehmen, die im ganzen Körper wirkt (inkl. Nebenwirkungen!). Da reicht auch ein Nasenspray (kaum Nebenwirkungen).

Erwähnt werden muss, dass viele Allergie-Tabletten etwas müde machen. Diese Nebenwirkung ist leider nicht zu umgehen. Es gibt für besondere Fälle auch Wirkstoff-Kombinationen als Tabletten auf dem Markt. Hier ist ein aufputschender Wirkstoff mitverarbeitet, der zusätzlich noch die Nasenschleimhaut abschwellen lässt (z.B. Reactine DUO Tabletten). Diese Tabletten sind allerdings nichts für Bluthochdruck-Patienten.

Außerdem gelten je nach Wirkstoff Beschränkungen für Kinder, Schwangere, Stillende und auch für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion.